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Opbericht ist ein Projekt um Ärzten, Studenten und Patienten Standard-Operationsberichte zur Verfügung zu stellen.

Für interessierte Patienten ist es oft hilfreich, wenn sie detaillert nachlesen können, was bei einer bevorstehenden Operation gemacht wird, bzw. bei einer Operation gemacht wurde.

Für Ärzte, insbesondere für junge Assistenzärzte, kann es hilfreich sein, anhand von Standard-Operationsberichten ihre eigenen Operationsberichte zu erstellen bzw. zu vergleichen oder sich auf eine Operation vorzubereiten.

Auch für Medizin-Studenten ist dieses Projekt gedacht. Im klinischen Abschnitt während einer Chirurgie-Famulatur oder im chirurgischen Tertial des Praktischen Jahr (PJ) werden Medizin-Studenten zum Assistieren in den OP eingeteilt und sollten sich auf die Operation optimal vorbereiten. Hierfür ist es sehr hilfreich anhand von Standard-Operationsberichten aus dem realen Leben die Vorbereitung zu optimieren.

Einige Op-Berichte sind durch intraoperativen Bildern illustriert.

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Pneumonektomie, mit Perikardresektion und Vorhofteilresektio

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DrRenner
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Pneumonektomie, mit Perikardresektion und Vorhofteilresektion

Beitrag von DrRenner » 12.03.2007, 14:25

Diagnose:
Adenokarzinom Lungen-Unterlappen

Eingriff:
1. Erweiterte intraperikardiale Pneumonektomie, mit Perikardresektion und Vorhofteilresektion
2. Plastische Rekonstruktion des Perikardes mit bovinem Perikard 10x12 cm

Bericht:
Eingehen über postero-laterale Thorakotomie rechts im 6. ICR. Nach Eröffnen der Pleurahöhle zeigt sich folgender Situs: der Tumor ist gut mannsfaustgroß, hat interlobär Unterlappen infiltriert. Es findet sich am Hilus eine Infiltration des Pericards sowie des Nervus phrenicus, auch die Oberlappenvene ist durch den Tumor infiltriert, so dass lediglich eine Pneumonektomie in Frage kommt. Keine Hinweise für eine Pleuracarzinose und die mediastinalen Lymphknoten erscheinen makroskopisch unauffällig. Zunächst Darstellen und Anschlingen der Pulmonalarterie, anschließend Dissektion des unteren Mediastinums unter Mitnahme der Lymphknotenkompartimente 9 rechts und 7. Diese Lymphknoten sind makroskopisch unauffällig. Anschließend Pericardiotomie. Mit einem Sicherheitsabstand von etwa 1 ½ cm wird zunächst der Nervus phrenicus kaudal, anschließend cranial der Tumorinfiltration durchtrennt. Es wird zirkulär Pericard mit einem etwa 10 x 12 cm großen Defekt on bloc exzidiert. Es zeigt sich, dass intrapericardial die Lungenvenen infiltriert sind, sodass die Resektionsgrenze im Vorhofniveau gelegt werden muss. Es erfolgt nun die Abnaht im Vorhofniveau mittels Klammernahtmaschine TX 60 Blaupunkt, anschließend Abnaht der zentralen Pulmonalarterie mittels TX 30 weiß. Unter bronchoskopischer Kontrolle erfolgt die Abnaht des rechten Hauptbronchus mittels TX 30 grün etwa in einem Abstand von 1 cm von der Hauptcarina. Anschließend Dissektion des oberen Mediastinums unter Mitnahme der Kompartimente 2 und 4 links und rechts, auch diese Lymphknoten erscheinen makroskopisch nicht befallen. Es erfolgt nun die Präparation eines cranial gestielten Patches vom dorsalen Pericard. Dieser Patch wird locker auf den Bronchusstumpf gedeckt und dort mittels PDS-Einzelknopfnähten fixiert. Der Pericarddefekt wird mit einem bovinen Pericardpatch Größe 10 x 12 cm zur Prophylaxe einer Herzluxation gedeckt. Spülung. Kontrolle auf Bluttrockenheit. Einlage einer Bülaudrainage. Verschluss der Thorakotomiewunde. Klinisches Tumorstadium: p3, N1, M0, R0
Technisch äußerst aufwändiger Eingriff. Komplikationsloser intraoperativer Verlauf. Die Patientin wird spontanatmend auf die Intensivstation verlegt.

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