Implantation navigierte Knie-TEP

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hipocrates
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Implantation navigierte Knie-TEP

Beitrag von hipocrates » 17.09.2010, 15:18

Diagnose: M17.1 Primäre Gonarthrose

Therapie: 5-822.12 Implantation Oberflächenersatzprothese bicondylär ungekoppelt Knie ohne Patellaersatz hybrid (teilzementiert)
5-988 Anwendung eines Navigationssystems

OP-Diagnose:
Varusgonarthrose links

OP-Maßnahmen:
Implantation navigierte Totalendoprothese Hybrid (tibiale Komponente zementiert), 4er-Femurkomponente, 4er-Tibiakomponente sowie 15 mm Höhe Inlay, Fiberwirenaht der Popliteussehne

Vorgeschichte und Indikation:
Die Patientin klagte bereits seit Jahren über persistierende belastungsabhängige Beschwerden im Bereich des linken Kniegelenkes. Bei der klinischen Untersuchung zeigt sich eine klassische Varusfehlstellung des Kniegelenkes. In der Nativ-Röntgenaufnahme völlige Aufhebung des medialen Gelenkspaltes mit entsprechender arthrotischer Veränderung. Hier ist die Implantation einer oberflächlichen Knieprothese unter Anwendung der Computernavigation mit der Patientin besprochen worden.

OP-Verlauf:
Der Eingriff erfolgt in Rückenlagerung. CSE-Anlage. Perioperativ Gabe von Cefuroxim. Anlage einer Oberschenkelblutsperre. Steriles Abwaschen und Abdecken des OP-Gebietes. Es erfolgt zunächst die Auswickelung des Beines zur Blutleere. Anschließend Hautinzision zum Kniegelenk unter medialer Arthrotomie und Luxation der Patella nach lateral. Es erfolgt zunächst die Synovektomie und anschließend die Entfernung der Patellarandosteophyten sowie die Bearbeitung der Patellarückfläche mit der oszillierenden Säge. Denervierung des Patellarandes. Resektion des vorderen Kreuzbandes sowie des Innen- und Außenmeniskus. Es wird dann die Femurklammer am distalen Femur angebracht für die Computernavigation. Bestimmung des Hüftrotationszentrums. Weiterhin werden mit dem Handtaster die Referenzpunkte in die Computernavigation übernommen. Es wird die entsprechende Varus-Valgus-Achse in der Prothesenrotation ausgerichtet. Vom System wird eine 4er-Prothese als Größe vorgeschlagen, diese wird auch weiter übernommen. Anschl. Durchführung des distalen Femurschnittes. Aufschlagen einer 4er-Probeprothese als Femurkomponente, hier zeigt sich ein sehr guter Sitz und Halt. Am Femurcondylusrand befinden sich osteophytäre Anbauten, welche ebenfalls mit dem Luer sowie mit dem Meißel vorsichtig abgetragen werden. Anschl. Navigation der tibialen Komponenten unter Berücksichtigung der Valgus-Varus-Achse. Nach Resektion des Tibiaplateaus erfolgt die Positionierung einer 4er-Tibiakomponente. Da sich an der medialen Kante noch ausreichende osteophytäre Anbauten finden, werden diese eingehend mit dem Meißel vorsichtig abgelöst unter Schonung des medialen Seitenbandes. Um die weiteren dorsalseitigen osteophytären Anbauten ebenfalls abzutragen, erfolgt das sparsame vorsichtige mediale Release mit dem Skalpell an der ventralen Tibiaansatzstelle. Bezüglich der Weichteilbalance nach dem Probeprotheseninterponat zeigt sich eine ausgewogene Weichteilbalance sowohl am medialen als auch am lateralen Kompartiment. Anschließend Probesitz mit einem 13er-Inlay, hier zeigt sich noch ein minimales Gelenkspiel, so dass ein 15er-Inlay ausgewäht wird. Hier zeigt sich eine ausgewogene Weichteilbalance, sowohl medial als auch lateral. Gleichzeitig zeigt sich eine exakt gerade Beinachse mit voller Streckbarkeit des Kniegelenkes. Aufgrund der osteoporotischen Knochenqualität, überwiegend der tibialen Komponente, erfolgt ein zementierter tibialer Komponentenanbau. Zunächst wird die 4er-Tibiakomponente einzementiert und ein Polyethyleninlay aufgeschlagen und feste verschraubt. Einbringen einer 4er-Femurkomponente zementfrei. Unter klinischer Untersuchung nach wie vor exakte Beinachse und regelrechte Weichteilbalance sowie exakter Patellalauf. Sorgf. Spülung des OP-Gebietes. Es wird auf Bluttrockenheit geachtet. Einlegen zweier Redondrainagen. Schichtweiser Wundverschluß. Primäre Hautnaht mit Klammernaht. Trockener steriler Verband. Elastische Wickelung.

Postoperative Anordnung:
I.v.-Antibiose mit Cefuroxim für 3 Tage. Hochlagerung auf flacher Schiene. Freie Mobilisation unter Vollbelastung unter Zuhilfenahme einer CPM-Motorschiene.

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